Klimagerechtigkeit - jetzt!

Für welche Welt wollen wir verantwortlich sein?

Was kann ich als Individum in meinem Alltag tun für mehr Klimagerechtigkeit? Sieh dir unsere Klimatipps an und probiere, sie in deinem Alltag umzusetzen. Dein Handeln macht einen Unterschied! 

Der/die Kluge fährt im Zuge – denn 1 km mit dem Flugzeug belastet die Umwelt mindestens 10-mal mehr als 1 km im Zug.

Die Strecke Zürich-Paris im Vergleich:

  • Zug: 6,3 kg CO2 pro Person
  • Flugzeug: 144 kg CO2 pro Person

«Das Flugticket ist aber günstiger», sollte kein Argument sein, um in die Ferien zu fliegen. Dass gewisse Strecken mit dem Flugzeug günstiger zu erreichen sind als mit dem Zug, ist falsch. Die versteckten Kosten sind bei diesem Argument nicht eingerechnet.

Es braucht einen Systemwandel! Sei Teil dieses Wandels und reise mit dem Zug. Dein Handeln macht einen Unterschied.

Durchschnittlich werden zwei Drittel des gesamten Energiebedarfs im Haushalt fürs Heizen eingesetzt. Heizt du weniger, sparst du pro Grad 450 kg CO2 im Jahr − und 6 % Heizkosten.

Temperaturen von 20 °C im Wohnzimmer und 17 °C im Schlafzimmer sind angenehm. Wenn du in kalten Nächten (weniger als 0 °C) die Roll- und Fensterläden schliesst, kühlen die Räume weniger aus. Schalte die Heizung ab, wenn du lüftest oder über Nacht das Fenster offenlässt.

Und falls du im Winter die Heizung aufdrehst und danach im T-Shirt zu Hause sitzt, mach mal 10 Liegestützen und zieh einen Pulli an. Dann kannst du die Heizung gleich wieder runterdrehen.

10 Minuten warm duschen, ergeben bereits über 100 Liter Warmwasser und verbrauchen fast 10 kg CO2. Zum Vergleich: Mit dieser Energiemenge lädst du ein Jahr dein Smartphone auf oder legst 70 km mit dem Auto zurück.

  • ein Bad verbraucht zwischen 200 bis 250 Liter Warmwasser
  • eine 5-Minuten-Dusche ohne Sparduschkopf verbraucht 65 Liter Warmwasser
  • eine 5-Minuten-Dusche mit Sparduschkopf benötigt ca. 30 Liter Warmwassser

Der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Kopf liegt in der Schweiz bei ca. 300 Litern pro Tag. Die dafür benötigte Energie wird meist durch herkömmliche, sprich fossile Energieträger wie Gas und Öl erzeugt.

Wenn du täglich 5 Liter Warmwasser sparst, reduziert sich dein Energiebedarf im Jahr um rund 100 kWh. Damit kannst du deine Wäsche 100-mal bei 60° waschen.

Eine saisonale, regionale, lokale und faire Ernährung ist gar nicht so schwierig! Erdbeeren im Winter müssen nicht sein. Sie haben zudem wenig Geschmack. «Du bist, was du isst». Und wer will schon ein unreif gepflücktes, geschmackloses und klimaschädliches Früchtchen sein?

Zum Vergleich*:

  • Saisonale und regionale Spargeln sind 16-mal klimafreundlicher als jene aus Peru
  • Saisonaler Kopfsalat vom Feld ist 5-mal klimafreundlicher als jener aus dem Gewächshaus
  • Saisonale Erdbeeren aus der Region sind 60-mal klimafreundlicher als jene aus Ägypten.

Mehr als ein Drittel der klimaschädlichen Treibhausgase verursacht der Landwirtschafts- und Ernährungssektor.

 

*Dies gilt für jegliche Nahrungsmittel, nicht nur für die beispielhaft dargestellten Erdbeeren und nicht nur für Importländer wie Ägypten oder Peru. Es sind Beispiele, wofür wir Zahlen aus vertrauenswürdigen Studien haben.

Viele Menschen kaufen Waren, die sie ausleihen oder tauschen könnten. Eine grosse Anzahl Personen kauft auch Güter, die sie gar nicht brauchen. Das geht nicht nur ins Geld, sondern nimmt auch mehr natürliche Ressourcen in Anspruch als nötig. Doch das 5-R-Prinzip schafft Abhilfe.

Folgende 5 «R» unterstützen dich auf dem Weg zu einem genügsameren Lebensstil:

  1. Refuse – lehne ab!
    Strohhalme, Plastikbecher, Gratismüsterli, Plastikverpackungen usw: Lehne alles ab, was du nicht brauchst.
  2. Reduce – reduziere!
    Vermindere deinen Konsum gerade dort, wo er sich nicht vermeiden lässt. Kauf nur so viel, wie du wirklich brauchst. Leihe wenn immer möglich aus, statt Neues zu kaufen. Verschenke, was du nicht mehr braucht. Und wenn du einkaufst, achte auf fair produzierte, ökologische und langlebige Produkte (Fachhandel, Fairtrade-Geschäfte) oder Produkte aus Recyclingmaterial.
  3. Reuse – verwende deine Sachen wieder!
    Schau im Internet unter «upcycle», wie du alten Gegenständen zu einem neuen Leben verhilfst. Gib nicht verwendete Konsumgüter in den Konsumkreislauf zurück, anstelle sie ungebraucht zuhause zu lagern. Stöbere zuerst im Secondhand-Angebot (Brockenstube, Ricardo usw.) 
  4. Repair – repariere!
    Es ist einfacher, ein kaputtes Gerät oder einen Pulli mit Loch wegzuwerfen und etwas Neues anzuschaffen. Aber nachhaltig ist es nicht, und auch nicht gut fürs Portemonnaie. Reparieren macht Freude. Und wenn du nicht weisst wie es geht, gibt es Repair Cafés, wo du es von Profis lernen kannst.
  5. Recycle!
    Trenne Batterien, Glas, Karton, Altpapier usw. vom restlichen Müll. So bleiben wertvolle Stoffe im Kreislauf.

Rind, Hühnchen und andere: Die Tierwirtschaft erzeugt grosse Mengen an klimaschädlichen Treibhausgasen (CO2, Methan und Lachgas), fördert das Abholzen von Wäldern sowie das Ausrotten vieler Tier- und Pflanzenarten und ist Mitgrund für den Welthunger. Die Intensivtierhaltung braucht viel Energie für die Futtermittelherstellung, Kühlung, den Transport usw., um nur einige Energiefresser zu nennen. Ein paar Zahlen gefällig?

  • 50 % der weltweiten Ernten landen im Tierfutter.
  • 83 % der Landflächen dienen als Weideflächen für Nutztiere oder als Anbauflächen für Tierfutter. Allein in Südamerika wurden in vier Jahrzehnten fast 40 % des Regenwaldes dafür gerodet.
  • Mit Fleisch werden nur 18 % Kalorien und 37 % Proteine des menschlichen Bedarfs erzeugt. Würden wir diese Kalorien direkt, zum Beispiel den fürs Tierfutter angebauten Soja, zu uns nehmen, gäbe es weniger Hunger.
  • In einem Kilo Fleisch befindet sich rund 15 500 Liter Wasser. Diese Menge verbraucht eine Person im Jahr mit täglichem Duschen.

Lebensmittel produzieren, um sie wegzuwerfen? Leider passiert das viel zu oft. Durchschnittlich geht jedes dritte Lebensmittel verloren oder wird verschwendet. In der Schweiz sind das 330 kg pro Person und Jahr oder 2 800 000 000 kg für die gesamte Schweizer Bevölkerung. Gründe dafür sind Norm-Anforderungen der Detailhändler, denen die Natur nicht gerecht wird, nicht aufgegessene Essensreste auf Tellern in Restaurants oder Haushaltsabfälle wie beispielsweise hart gewordenes Brot.

Essen produzieren, braucht Energie! Es zu verschwenden, hat also auch einen grossen Einfluss aufs Klima. Hier einige Tipps, um Food Waste zu vermeiden:

  • Plane, wie viel du einkaufst
  • Benutze deine Sinne, bevor du dem Haltbarkeitsdatum blind vertraust und noch Essbares wegwirfst
  • Koche und schöpfe nur so viel, wie du essen magst und plane Vorräte in deinen Wochenplan mit ein
  • Verwerte Resten kreativ in neuen Gerichten: überreife Früchte in Desserts, hartes Brot in Gratins, …
  • Benutze Apps wie TooGoodToGo, kaufe in der ÄssBar ein und informiere dich über andere Angebote, die Lebensmittel vor Food Waste retten