Konzernverantwortungsinitiative

Die Argumente

Warum braucht es die Konzernverantwortungsinitiative?

Immer wieder verletzen Konzerne mit Sitz in der Schweiz die Menschenrechte und ignorieren minimale Umweltstandards. Die Initiative will solchen Geschäftspraktiken einen Riegel schieben. Die Konzernverantwortungsinitiative fordert eine Selbstverständlichkeit: Wenn Konzerne das Trinkwasser verseuchen oder ganze Landstriche zerstören, sollen sie dafür geradestehen.

  1. Nicht länger die Augen verschliessen
    Die Manager grosser Konzerne wissen genau, wo ihre Geschäfte mit den Menschenrechten im Konflikt stehen. Doch manche von ihnen gewichten den Profit höher als den Schutz von Mensch und Umwelt. Deshalb braucht es die Konzernverantwortungsinitiative.
  2. Wer einen Schaden anrichtet, muss dafür geradestehen
    Damit sich auch dubiose Multis an das neue Gesetz halten, müssen Verstösse Konsequenzen haben. Konzerne sollen deshalb in Zukunft für Menschenrechtsverletzungen haften, die sie verursachen.
  3. Kein Konkurrenzvorteil durch Verantwortungslosigkeit
    Die meisten Konzerne halten sich an die Regeln. Einige skrupellose Konzerne setzen sich jedoch über Umweltstandards hinweg und ignorieren Menschenrechte. Sie verschaffen sich Konkurrenzvorteile durch Verantwortungslosigkeit. Um das zu verhindern braucht es die Konzernverantwortungsinitiative.

Die Konzernverantwortungsinitiative gilt für Konzerne mit Sitz in der Schweiz. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind ausgenommen, ausser ihr Haupttätigkeitsfeld ist in einem Hochrisikobereich, wie z.B. dem Diamantenhandel. Insgesamt sind damit schweizweit 1’500 Unternehmen und wenige KMU von der Initiative erfasst.

Die Haftung ist auf Gesellschaften beschränkt, über die ein Konzern tatsächlich die Kontrolle ausübt. Wer verantwortlich wirtschaftet, hat nichts zu befürchten. Viele Länder haben bereits ähnliche Gesetze verabschiedet, beispielsweise gegen Kinderarbeit oder den Handel mit Mineralien aus Konfliktgebieten.

Die Konzernverantwortungsinitiative gründet auf zwei zentralen Anliegen der biblischen Botschaft und des christlichen Glaubens: Bewahrung der Schöpfung und Nächstenliebe.
Wir alle tragen Verantwortung für die Schöpfung, die Gott uns Menschen zur Freude und zur Sorge anvertraut hat. Und jeder Mensch besitzt als Sein Geschöpf eine unantastbare Würde. Gott macht sich für die Unterdrückten stark und setzt sich für Gerechtigkeit ein. Und uns alle macht Gott zu seinen Mitarbeitern.
Aus theologischer Sicher ist es daher eine Selbstverständlichkeit, die Anliegen der Konzernverantwortungsinitiative zu unterstützen. Sie verhindert, dass weiterhin Menschen misshandelt und Gottes Schöpfung ausgebeutet wird. Die Konzernverantwortungsinitiative trägt also zur Bewahrung der Schöpfung und zum Schutz der Menschenwürde bei.
Fastenaktion und HEKS setzen sich seit der Gründung für weltweite Gerechtigkeit und Menschenwürde ein. Der faire Handel, gute Arbeitsbedingungen und ein sorgfältiger Umgang mit der Schöpfung sind zentrale Anliegen unserer Arbeit. Uns leitet die theologische Vision einer Wirtschaft, die dem Leben dient und nicht umgekehrt.
Im Rahmen unseres Auftrages, der sich aus unseren Stiftungszwecken ergibt, haben sich Fastenaktion und HEKS in den vergangenen Jahren gemeinsam stark mit dem Thema Unternehmen und Menschenrechte auseinandergesetzt. Studien zu den Aktivitäten von Glencore im Kongo, zu Vitol in Südafrika, Xstrata auf den Philippinen oder dem Goldabbau in Burkina Faso haben geholfen, das Bewusstsein für die Thematik in der Öffentlichkeit zu schärfen. Denn die Studien haben gezeigt, dass auch Geschäfte von Schweizer Firmen Menschenrechte verletzen und der Umwelt schaden.
Das politische Wirken der Kirchen ist nicht mit Parteipolitik gleichzusetzen. Vielmehr orientieren sich die Kirchen an Themen und Positionen, die sich aus der biblischen Schrift sowie aus der kirchlichen Tradition herleiten lassen.
Die Stimme der Ausgegrenzten und Benachteiligten zieht sich wie ein roter Faden durch die biblische Überlieferung. Jesus handelte gegen die gesellschaftlichen Missstände seiner Zeit. Seine Botschaft ruft zum Handeln für Gerechtigkeit auf. Sogar seine Kreuzigung macht keinen Sinn, wenn wir die politische Ebene des Auftretens Jesu nicht anerkennen: Wäre er nicht politisch gewesen, wäre er nicht gekreuzigt worden!