Eugenio Geraldo pflanzt Bananen an.

«Das könnte länger dauern, aber wir sind vorbereitet», sagt Eugenio Geraldo, ein Biobauer aus den Philippinen, auf die Frage nach den Auswirkungen von Corona. Zusammen mit seiner Familie – seine jüngste Tochter züchtet Reis, seit sie sechs ist – sind sie trotz aller staatlichen Einschränkungen gut gewappnet gegen die Folgen von Covid-19.

Eugenio Geraldo ist Witwer aus Malitbog in der Provinz Bukidnon, im Zentrum der zweitgrössten philippinischen Insel Mindanao. Er und seine fünf Kinder pflanzen seit 17 Jahren nach agrarökologischen Methoden an. Mit Agrarökologie – oder, wie es vor Ort besser bekannt ist unter dem Namen «diversifiziertes integriertes Anbausystem (DIFS)» – bewirtschaften sie ihre drei Hektar grosse Farm mit zahlreichen Dauer- und Saisonkulturen und integrieren Vieh- und Geflügelzucht. Dabei ist wichtig, dass die Pflanzen so kombiniert werden, dass sie sich gegenseitig unterstützen und mit Nährstoffen, Schatten oder Kletterhilfen versorgen – und die Menschen das ganze Jahr hindurch genügend Nahrungsmittel haben.

Plötzlich wenden sich alle an die Geraldos

Die agrarökologische Praxis seiner Familie wird von den Einheimischen und Regierungsbeamten jetzt, in Zeiten von Corona, mehr geschätzt, gerade, als ihre abgelegene Gemeinde Malitbog auf die COVID-19-Krise Sperr- und Quarantänemassnahmen einführte.

Die lokale Regierung ermutigte ihre Bevölkerung, Gemüse und lokal produzierte Lebensmittel zu konsumieren. So haben sich plötzlich viele an Eugenio und an die Bauernorganisation TSAFO (Tomigbong Sustainable Agriculture Farmer’s Organization) gewandt, die er, seine Familie und ihre Nachbarn vor Jahren gegründet haben. TSAFO ist eine Mitgliedsorganisation der Fastenaktion Partnerorganisation Agro-Eco.

Durch den Verkauf seines Gemüses auf dem lokalen Markt verdient «Eunie», wie Eugenio Geraldo von den Menschen liebevoll genannt wird, nun 2’000 Philippinische Pesos (zirka 39 Franken) pro Woche. Das hat einen Anreiz bei den Landwirtinnen und Landwirten und den Verbrauchenden geschaffen. Er und die Mitglieder von TSAFO erwägen nun auch, ihre Bio-Produkte direkt an die Menschen in der Nachbargemeinde Tagoloan in der Provinz Misamis Oriental, zu verkaufen.

Eugenio Geraldo und seine Tochter Lourdes.
Teilen liegt Eugenio Geraldo im Blut. Er führte seine jüngste Tochter Lourdes im Alter von sechs Jahren in die Reiszucht ein und machte sie damit zur jüngsten Reiszüchterin auf den Philippinen. Zusammen unterrichtet dieses Tandem aus Vater und Tochter die Schülerinnen und Schüler in Malitbog seit fast zwei Jahren freiwillig in ökologischem Landbau, dies im Rahmen des «Gulayan sa Paaralan-Programms» des Bildungsministeriums.

Agrarökologie gewinnt immer mehr an Dynamik

COVID-19 hat die Welt zum Stillstand gebracht, den Warenverkehr ernsthaft beeinträchtigt und die Menschen gezwungen, zu Hause zu bleiben. Dies behindert auch die übliche Art zu denken, sich zu bewegen, zu konsumieren, zu arbeiten und Geschäfte zu machen. Andererseits wird nun sichtbar, dass sich jetzt ein Modell auf der Grundlage der Agrarökologie herausbildet und entwickelt, das auf lokaler Ebene an Dynamik gewinnt und Kleinbauern wie «Eunie» und den Millionen anderer Menschen auf den Philippinen aber auch anderswo viel bessere Möglichkeiten bietet.

Text: Geonathan Barro von der philippinischen Partnerorganisation Agro-Eco.

Fastenaktion und HEKS setzen sich  in Workshops und Weiterbildungen mit ihren Partnerorganisationen für agrarökologische Methoden ein. Um auch diese Arbeit halten und weiterführen zu können, sind wir froh um jede Spende. 

Setzen Sie sich mit uns für die Menschen im globalen Süden ein

Herzlichen Dank für Ihre wertvolle Spende
Die Bäuerin Delia Badillo und ihr Mann Teodulo.

Die Bäuerin Delia Badillo und ihr Mann Teodulo haben auf der philippinischen Insel Mindanao einen eigenen Hof. Gerade in Zeiten von Corona ist die Selbstversorgung der Familie mit agrarökologischen Methoden zentral. Während viele Menschen auf Nahrungsmittellieferungen angeweisen sind, kommt diese Kleinbauernfamilie mit der Hilfe der Fastenaktion gut durch die Krise.

Die Warenbewegungen im Land sind drastisch eingeschränkt worden aufgrund der von der Regierung verhängten Sperre. In den Städten ist die Versorgung mit Lebensmitteln bereits jetzt vielerorts alarmierend. Es wird befürchtet, dass sich die Nahrungsmittelkrise in den kommenden Monaten noch verschärfen wird, wenn die Sperre wahrscheinlich verlängert wird und die Situation weiterhin aussergewöhnlich bleibt.

Bauern und Bäuerinnen sind gut auf die Corona-Krise vorbereitet

Menschen wie die Badillos haben nun mehr Möglichkeiten als andere: «Es geht uns hier gut, trotz der von der Regierung durchgeführten Sperre. Unser Bauernhof versorgt uns mit allem Nötigen», sagt Delia Badillo. Sie und ihr Mann Teodulo – oder «Dokdok», wie er überall genannt wird – bewirtschaften ihre Felder mit agrarökologischen Methoden. Ständig führen sie Innovationen auf dem Bauernhof durch, passen ihr Saatgut an. Auch teilen sie ihr Wissen uneigennützig mit den Bäuerinnen und Bauern in der Region der Halbinsel Zamboanga und in mehreren Teilen Mindanaos.

Diversität der landwirtschaftlichen Produkte zahlt sich aus

Auf ihrem ein Hektar grossen Bauernhof pflanzen sie Reis, Gemüse, Obstbäume und Kräuter an und ziehen Ziegen, einheimische Hühner und Enten auf. Begleitet werden sie dabei vom landwirtschaftlichen Know-How der Fastenaktion-Partnerorganisation Agro-Eco. Für ihr Engagement wurde die Organisation bereits mit einem internationalen Agrarökologie-Preis ausgezeichnet. Mit der agrarökologischen Anbaumethode versorgt sich die Familie Barillo ganzjährig mit nahrhaftem Essen, mit Medikamenten, natürlichen Düngemitteln. Dass sie auf viele verschiedene Nahrungsmittel setzen, garantiert ihnen zudem ein regelmässiges Einkommen und sogar einen grösseren Ertrag, als wenn sie nur Reis angepflanzt hätten.

Delia Badillo bekräftigt: «Agrarökologie macht unsere Familie flexibler, um mit einer solchen Situation fertig zu werden. Die diversifizierten Anbaumethoden sind ein wesentliches Element für den Fortbestand der Bäuerinnen und Bauern und der lokalen Wirtschaft.»

Text: Geonathan Barro von der philippinischen Partnerorganisation Agro-Eco

Fastenaktion und HEKS setzen sich  in Workshops und Weiterbildungen mit ihren Partnerorganisationen für agrarökologische Methoden ein. Um auch diese Arbeit halten und weiterführen zu können, sind wir froh um jede Spende. 

 

Unterstützen Sie die Menschen in ihren Rechten

Herzlichen Dank für Ihre wertvolle Spende

Der heutige «World Soil Day» soll und an einen sorgsamen Umgang mit unseren Böden erinnern. Ein gesunder Boden hat eine zentrale Bedeutung für unser Wohlergehen, die weltweite Ernährungssicherheit und das Funktionieren des globalen Ökosystems.

Das Sinnbild von Mutter Erde, aus deren Schoss alles Leben hervorgeht, prägt seit Jahrtausenden die Kulturen der Welt. Aus dem Boden geht unsere Nahrung hervor. Ohne Sonne und ohne Wasser können keine Pflanzen gedeihen – genauso wenig ohne Boden, der ihnen Halt und Nährstoffe bietet. Böden und Bodenfruchtbarkeit zu hüten und zu erhalten muss oberstes Gebot des globalen Ernährungssystems sein. Es ist wichtig, dass wir unsere Nahrung im Einklang mit dieser überlebenswichtigen Ressource anbauen.

Heutzutage erleben wir doch oft das Gegenteil. Die Böden der Welt werden sprichwörtlich mit Füssen getreten: Sie werden versiegelt, verdichtet, versauert, versalzen, überdüngt, erodiert, übernutzt, biologisch verarmt und vergiftet. Das Leben wird ihnen genommen. Durch menschliches Tun werden jährlich Flächen in der Grössenordnung der Schweiz degradiert – Tendenz steigend. Der Klimawandel bedroht die Böden zusätzlich. In Gebieten mit Dürren beispielsweise, die durch den Klimawandel zunehmen, sind bereits etwa zwei Drittel der Böden degradiert.

Es braucht einen Wandel

Um den globalen Klimawandel einzudämmen liegt wiederum grosse Hoffnung auf dem Erhalt und Aufbau fruchtbarer Böden. Denn sie können CO2 speichern. Dies geschieht, weil die Pflanzen bei Ihrem Wachstum CO2 aus der Luft ziehen und zu Kohlenstoff umsetzen. Wenn die Pflanzen und ihre Wurzeln wieder verrotten, bleibt dieser Kohlenstoff im Idealfall zu einem Grossteil im Boden. Diese Speicherung von CO2 im Boden wäre aber nur möglich, wenn wir einen globalen Wandel von industriellen landwirtschaftlichen Methoden zu kleinbäuerlichen, agrarökologischen Anbaumethoden vollziehen würden. Davon sind wir jedoch weit entfernt: die meisten Böden werden nicht aufgebaut sondern zerstört.

Bei der Agrarökologie steht der sorgsame Umgang mit (Acker-)Boden im Mittelpunkt. Viele Kleinbäuerinnen und – Bauern – traditionell wie modern, in Nord wie Süd – folgen solchen Methoden und leisten damit den kommenden Generationen und unserem Ökosystem einen riesigen Dienst. Sie folgen der hohen Kunst, den Boden als lebendigen Organismus zu behandeln, mit seinen lokal unterschiedlichen und wissensintensiven Herausforderungen.

Wir alle können dies zum Vorbild nehmen und uns wieder mehr mit dem Boden verbinden. Wann haben Sie das letzte Mal etwas Erdboden in die Hand genommen? Je nach Konsistenz geformt oder durch die Finger rieseln lassen? An einem Boden, z.B. im Wald, gerochen? Vielleicht kann der heute World Soil Day Sie daran erinnern und inspirieren.

HEKS und Fastenaktion unterstützen Menschen im Süden, die mit agrarökologischen Anbaumethoden arbeiten.

Bern/Luzern, 02. April 2018. «Werde Teil des Wandels»: Dazu rief die Ökumenische Kampagne der drei Entwicklungsorganisationen HEKS, Fastenaktion und Partner sein auf. Einen ersten Höhepunkt bot der Tag des Wandels am 22. Februar in Bern. Auch an Veranstaltungen mit den Kampagnengästen oder an Suppentagen stand das Thema des Wandels im Zentrum.

Unsere Art zu leben produziert Krisen, deshalb gilt es, vieles in Frage zu stellen. Doch Mensch gemachte Probleme kann Mensch auch lösen. Ein Wandel hin zum besseren ist möglich. In seiner Enzyklika Laudato si’ ruft Papst Franziskus in aller Dringlichkeit zu einem neuen Dialog darüber auf, wie die Zukunft des Planeten Erde gemeinsam zu gestalten sei. Die zentrale Frage: Was lässt sich gegen die systemische Krise tun? Politische Massnahmen, Rechtsreformen und technische Innovationen sind zwar wichtig und unumgänglich, aber sie genügen nicht. Denn sie sind fast alle mit einem Modell verbunden, das auf Konsum statt auf Genügsamkeit beruht, auf Konkurrenz statt auf Zusammenarbeit, auf Ausbeutung statt auf Respekt.

Es waren diese Themen, zu denen am Tag des Wandels der Aktivist und Buchautor Satish Kumar, die Ordensfrau und Professorin für Philosophie, Soeur Cécile Renouard und der Professor und ehemalige UNO-Sonderbeauftragte für Nahrung, Olivier de Schutter, sprachen. Workshops rund um die Transformation ergänzten die Tagung. Gross war das Interesse, kamen doch mehr als 200 Menschen aus der ganzen Schweiz nach Bern, um sich zu diesen grundsätzlichen Themen auszutauschen und gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln.

Den Wandel selbst gestalten

Die gute Nachricht: Es gibt zahllose Möglichkeiten, sich für ein System einzusetzen, das die Grenzen des Planeten respektiert. So zeigte auch die Kampagne von Fastenaktion, HEKS und Partner sein auf, was Bürgerinnen und Bürger tun können, sei dies auf politischer Ebene oder in lokalen Initiativen. Solidarische Landwirtschaft etwa bringt Bäuerinnen und Bauern Planungssicherheit und den Konsumierenden saisonales Gemüse auf den Teller. Lokale Tauschsysteme reduzieren den Neukauf von Produkten, «Zero Waste»-Initiativen zeigen, dass ressourcenschonender Konsum ohne Verzicht auf Genuss möglich ist.

Die Kampagnengäste Father Ceasar Henry, Theologe aus Indien, Gabriela Tejada, Honduras, Koordinatorin bei der Koalition zur Förderung der Agrarökologie (ANAFAE) und Alimata Traoré, Mali, Präsidentin von COFERSA, einem Zusammenschluss von Frauen in der Landwirtschaft, die sich für die Ernährungssicherheit einsetzen, gaben dem Wandel im globalen Süden ein Gesicht und leisteten mit ihren Berichten aus Indien, Honduras und Mali wichtige Sensibilisierungsarbeit. Denn es braucht eine universale Solidarität, um nachhaltige weltweite Veränderungen zu initiieren.

Mit den Suppentagen, der Aktion „Brot zum Teilen“, den zahlreichen Fastengruppen und dem Rosenverkauf an rund 400 Standorten in der ganzen Schweiz, konnten 15’000 Menschen direkt erreicht werden. Durch eine vielfältige Berichterstattung und breite Öffentlichkeitsarbeit erhöhte sich die Reichweite auf insgesamt 2 Millionen Menschen.

Als Neuheit wurde zusätzlich die Plattform «Join my challenge» lanciert, mit der auch noch nach dem Ende der Ökumenischen Kampagne 2018 die eigenen Gewohnheiten herausgefordert werden können, um die Welt zu verändern. Der Kabarettist Simon Enzler beispielsweise wird den ganzen April über zum Teilzeitselbstversorger werden und nur eigenen Fisch essen. Das Engagement für den Wandel muss weitergehen. Denn nur gemeinsam schaffen wir eine Welt, in der alle genug zum Leben haben.

Weitere Informationen und Hintergründe auf www.sehen-und-handeln.ch

Rückfragen und Interviews:

Colette Kalt, Kommunikationsverantwortliche, Fastenaktion, 079 352 38 04

Was alles zum grossen Wandel dazugehört und wie unsere Partnerinnen und Partner im Süden und Norden ihn verstehen:

Die Ökumenische Kampagne: Informieren, Handlungsmöglichkeiten zeigen, Spenden sammeln:

Seit 1969 arbeiten HEKS, die Entwicklungsorganisation der Evangelischen Kirchen der Schweiz, und Fastenaktion, das Hilfswerk der Katholikinnen und Katholiken, zusammen. Die Ökumenische Kampagne während der Fasten- oder Passionszeit ist zum Inbegriff der gelebten Solidarität und der ökumenischen Partnerschaft geworden. Seit 1994 beteiligt sich auch Partner sein, das Hilfswerk der christkatholischen Landeskirche. Jedes Jahr bringen die Werke gemeinsam ein entwicklungspolitisches Thema an die breite Öffentlichkeit. http://www.sehen-und-handeln.ch/

Die Eröffnungsdemo des Weltsozialforums wird von Sambagruppen begleitet. Die Demo ist lebendig und verströmt Energie. (Bild: Daniel Hostettler/Fastenopfer)

Novos Paradigmas – Bericht vom Weltsozialforum in Salvador do Bahia

HEKS und Fastenaktion haben mit der Ökumenischen Kampagne 2018 ein grosses Thema lanciert: «Gemeinsam für eine Welt, in der alle genug zum Leben haben». Nicht weniger als ein gesellschaftlicher Wandel wird gefordert. Auch am Weltsozialforum 2018 in Salvador werden zeitgleich die grossen Fragen diskutiert: Welche Elemente sind zentral für einen Paradigmenwechsel? Wie kann ein gesellschaftlicher Wandel angestossen werden? Denn eines ist allen Anwesenden klar: Eine andere Welt ist nicht nur möglich, sondern auch dringend nötig.

Fastenaktion ist am Weltsozialforum präsent und hat massgeblich zur Organisation einer grossen, zweitägigen Diskussionsrunde zu «neuen Paradigmen» beigetragen. Für diese Diskussion kommt im Zelt der «Novos Paradigmas» ein bunter Strauss von Akteuren zusammen; Vertreterinnen der lateinamerikanischen Zivilgesellschaft und indigener Völker, Jugendbewegungen aus Brasilien und den USA, Aktivistinnen aus der ganzen Welt und Interessierte aus Nah und Fern. Morgens ist das Zelt mit rund 150 Personen zum Bersten voll, die Stimmung ist gut. Nachmittags gehen die Diskussionen in kleinen Gruppen weiter, trotz der drückenden Hitze.

Der Slogan des Forums, Resistir É Criar, Resistir É Transformar (Widerstand ist Erschaffen, Widerstand ist Transformation), fasst die Debatten gut zusammen. Widerstand ist wichtig. Denn für einen erfolgreichen gesellschaftlichen Wandel müssen die nötigen Freiräume geschaffen werden. Die indigene Kandidatin für das Vize-Präsidialamt Brasiliens, Sônia Guajajara, erklärt in einer mitreissenden Rede, wieso der Kampf für die Selbstbestimmung der indigenen Völker und für ihre Lebensformen ein wichtiges Element des Paradigmenwechsels ist. Der Kampf für eine Verschiebung der Machtverhältnisse weg von den Privilegierten hin zu den lokalen Gemeinschaften ist zentral. Denn diese Gemeinschaften sind die Basis für das Erschaffen von Neuem, von lokalen aufs Gemeinwohl ausgerichteten Produktions- und Konsumzyklen.

Pablo Solón, ehem. UN-Botschafter Boliviens, hebt klar hervor, dass für einen systemischen Wandel der Anthropozentrismus, überwunden werden muss. Es reicht nicht, fossile Energieträger einfach durch Solarenergie zu ersetzen. Ein kultureller Wandel muss den technologischen Wandel begleiten, denn unsere Konsummuster sind alles andere nachhaltig. Damit diesbezüglich ein echter Wandel geschehen kann, muss jede und jeder auch sich selber und seinen Beitrag zum Wohl aller hinterfragen. Diese innere Transformation wurde von verschiedenen Rednerinnen und Rednern als besonders wichtig hervorgehoben.

Nach zwei Tagen geht die Diskussionsrunde zu «neuen Paradigmen» zu Ende. Die Diskussionen waren intensiv und oft inhaltlich sehr reich. Gerade deshalb, weil die Teilnehmenden aus der ganzen Welt angereist sind. Die Dynamik des Weltsozialforums sorgt auch immer wieder für Überraschung.

Eine Gruppe von Aktivisten hat kurzerhand das Zelt gekapert und mit Musik und Gesang für ihr Anliegen, nämlich behinderte Menschen, geworben. So geht das am Weltsozialforum. Mit viel Elan im Einsatz für eine andere Welt.

David Knecht (Fastenaktion)

 

 

 

Die Präsidentin Aminata Bodian sagt von sich selbst: «Ich kann nicht ruhig sitzen, sonst merke ich, wo es mir überall weh tut. Da bleibe ich lieber in Bewegung». Bild: Ousmane Kobar/ Fastenopfer

Während der Regenzeit fehlt es im Senegal an Nahrung, und bei Krankheit können Pflegekosten nicht bezahlt werden. Teure Kredite führten zu Verschuldung. Doch die Kalebasse schafft Abhilfe.

Mitten im Saloum Delta, einem der grössten Naturschutzgebiete Senegals, liegt Thialane. Etwa 800 Menschen leben noch auf der Insel, mehr als 2000 sind weggezogen. Die Männer fangen Fische, die Frauen verarbeiten sie und pflücken Muscheln in den Mangrovenwäldern, bauen Gemüse an. Mehr gibt es auf diesem kleinen Flecken nicht zu tun. Nicht nur die Abwanderung belastet die Dorfgemeinschaft. Die Menschen sind zudem darüber besorgt, dass sie ihren Kindern keine Zukunft bieten können.

 

Erinnert sie sich an die Anfänge der Kalebassen-Gruppe, strahlt Präsidentin Aminata Bodian*: «An einer Veranstaltung habe ich zum ersten Mal von der Kalebasse gehört. Ich bin zurück auf die Insel gereist und habe die Frauen davon überzeugt, dass wir auch eine solche Solidaritäts-Kalebasse gründen sollten. Das war 2009. Bei der ersten Sammlung kamen 16 Franc CFA (knapp 2 Rp.) zusammen, heute haben wir über eine Million – (5000. Fr.) in der Kalebasse.»

 

Das von der Fastenaktion Partnerorganisation Fénagie betreute Projekt basiert auf Freiwilligkeit und nimmt Rücksicht auf die finanziellen Möglichkeiten der meist weiblichen Mitglieder. In die Kalebasse zahlt jedes Mitglied bei den Treffen so viel ein, wie es gerade entbehren kann. Bei der monatlichen Sammlung, die feierlich begangen wird, ist die Kalebasse mit einem weissen Tuch bedeckt. Weiss steht für Reinheit und Zuversicht. Jede Spende ist anonym. Niemand sieht, wieviel das einzelne Mitglied einbezahlt.

Der Bauch des Flaschenkürbisses wird als Kalebasse bezeichnet. Mittlerweile gibt es im Senegal über das ganze Land verteilt fast 900 Gruppen. Bild: Ousmane Kobar/ Fastenopfer
Aminata Bodian ist seit dem ersten Tag Präsidentin der Kalebassengruppe und jedes Mal, wenn sie zurücktreten will, erklären die anderen Frauen, sie wollen keine andere. Nur sie könne die Geschicke der Gruppe so gut lenken. «Ich wusste zu Beginn nicht einmal, was das Wort Präsidentin überhaupt bedeutet», lacht sie. Doch entschlossen packte sie die Aufgaben an: Liess die juristische Form festhalten, verteilte Ämter und fand für jede der Frauen eine sinnvolle Aufgabe.

 

Die 34 Frauen erzählen, dass in der Zeit vor der Kalebasse alles anders war. Keine von ihnen hätte sich für die Gemeinschaft engagiert. Jede hätte ihr Leben gelebt und irgendwie versucht, den Alltag zu meistern. Die Kalebassen-Gruppe hat einen Wandel hin zum besseren eingeleitet. So können sich die Frauen bei finanziellen Engpässen Geld ausleihen und es zinslos zurückbezahlen. Kredite werden etwa gesprochen, wenn Geld fehlt, um Schulkosten, Gesundheitskosten oder Nahrung zu finanzieren.

 

Die Frauen haben mit dem gemeinsam gesparten Geld aber auch die Dorfschule neu eingerichtet und sich Ausbildungen finanziert, in welchen sie etwa lernten, Lebensmittel haltbar zu machen. Das ist – gerade in Knappheitsperioden – überlebenswichtig. Gemeinsam haben die Frauen von Thialane denn auch schon einiges erreicht. «Doch wir haben noch viel vor», sagt die Präsidentin voller Stolz. «Wir wollen verhindern, dass immer mehr Junge abwandern müssen, weil sie hier keine Zukunft haben. Wir wollen, dass unsere Insel wieder lebenswert ist.»

Fastenaktion und HEKS zeigen während der Fastenzeit Hoffnungsgeschichten aus dem Norden und dem Süden, die gesellschaftliche Veränderungen mit sich bringen. Weitere Geschichten zum grossen Wandel finden Sie hier.

[donation_teaser teaser_theme=“donation-teaser-light“ show_sidecontent=“0″ donation_page_id=“14571″ title=“Setzen Sie sich mit uns für die Menschenrechte ein“ nextbutton=“Spenden“ campaign_id=“15289″]
Simon, Franziska, Geo und Jan

Inspiriert von einer Initiative in Zürich, hat eine Gruppe von Menschen die «ÄssBar» auch nach Bern geholt. Diese engagiert sich mit vergünstigten Backwaren des Vortages gegen Lebensmittelverschwendung. Als neben dem Lokal ein weiterer Raum frei wurde, war dies die perfekte Gelegenheit, um Ihr Engagement auszuweiten. Simon, Franziska, Geo und Jan erzählen von ihren Beweggründen.

Begonnen hat alles damit, dass wir einen Dokumentarfilm gesehen haben zum Thema «Food Waste». Daraufhin haben wir beschlossen, etwas dagegen zu unternehmen, und begaben uns auf die Suche. In dieser Zeit ging in Zürich die «Äss-Bar» auf, in der Backwaren vom Vortag zu vergünstigten Preisen verkauft werden. Dass das funktioniert, war eine grosse Motivation für uns.

 

Wir haben mit den Zürchern Kontakt aufgenommen und sind zum Schluss gekommen, das in Bern auszuprobieren. Von der Idee bis zum Laden dauerte es rund ein Jahr. Es war komplettes «Learning by doing». Keiner von uns hatte je eine Firma gegründet oder gar jemanden angestellt. Wir haben uns einfach Schritt für Schritt vorgearbeitet, ein Lokal und Partner gesucht und bei sämtlichen Bäckereien die Klinken geputzt.

 

Ein grosses Learning war sicher, dass es einfach Geduld braucht – mit den Partnern, mit uns selber, mit dem Projekt als Ganzes. Und es hat funktioniert. Als dann nach zwei Jahren «ÄssBar» das Lokal nebenan frei stand, haben wir beschlossen, einen Schritt weiter zu gehen, und haben den «gmüesgarte» gegründet.

 

Hier werden Gemüse und Früchte verkauft, die nicht der Norm entsprechen und deshalb nicht in die Läden kommen. Denn Gemüse und Backwaren sind die Kategorien, in denen Food Waste am höchsten ist. Wir vier machen das alle freiwillig neben unseren Jobs. Jeweils am Donnerstag treffen wir uns in der «Äss-Bar» für ein Mittagessen mit Sitzung. Zuerst datieren wir gegenseitig unsere Leben auf, denn wir sind ja nicht nur Geschäftspartner, sondern auch Freunde. Danach diskutieren wir kurz alles, was sich aufgestaut hat, und verteilen die Aufgaben untereinander.

 

Wir sind die ganze Woche über via WhatsApp und E-Mail miteinander in Kontakt. Die Leute, die bei uns einkaufen, gehen quer durch die Gesellschaft. Jung und alt, Polizisten auf Streife oder Bankangestellte. Es ist motivierend, zu erleben, wie positiv die Resonanz ist. Denn unser Ziel ist es ja nicht in erster Linie, Backwaren und Gemüse zu verkaufen, sondern das Thema Food Waste unter die Leute zu bringen. 

 

Food Waste ist in aller Munde: Aufgerüttelt durch die schockierende Tatsache, dass 1/3 aller Schweizer Lebensmittel im Abfall landen, zeigen sich KonsumentInnen und Produzenten vermehrt besorgt um die aktuelle Lebensmittelverschwendung. Hier setzt Äss-Bar an: In Zusammenarbeit mit verschiedenen Bäckereien werden in speziellen Verkaufsstellen Backwaren und Patisserie vom Vortag zu einem stark vergünstigten Preis verkauft.

Die  «ÄssBar» ist mit einem oder mehreren Standorten vertreten in Zürich, Winterthur, Fribourg, St. Gallen, Basel und Bern. Im April eröffnet eine weitere Filiale in Luzern. www.aess-bar.ch

[donation_teaser teaser_theme=“donation-teaser-light“ show_sidecontent=“0″ donation_page_id=“14571″ nextbutton=“Spenden“ campaign_id=“15289″ title=“Setzen Sie sich mit uns für die Menschenrechte ein“]

Die Adivasis leben im Nordosten Indiens, im Bundesstaat Assam auf zahlreichen Teeplantagen, viele in Hunger und Armut und sozial geächtet. Erst mit dem Fastenaktion-Projekt konnten sie wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und ihre Ernährung sichern. Priester Caesar Henry, der sie dabei unterstützt, ist während der Ökumenischen Kampagne in den Schweizer Pfarreien und Schulen zu Besuch und erzählt.

Priester Caesar Henry, weshalb engagieren Sie sich für die Adivasis?

 

Zusammen mit den „Unberührbaren“, den Dalits, gehören die Adivasis zur Bevölkerungsgruppe, die unterdrückt, ausgegrenzt und ausgebeutet wird, wie keine andere in Indien: Sie besitzen keine Rechte und sind geächtet in der Gesellschaft. In den Adivasis sieht man in Assam bloss die Tagelöhner auf den Teeplantagen. Hunger, Analphabetismus, Verschuldung und die Unterdrückung der Frauen bringen die Adivasis dabei in existentielle Nöte.

 

Wie sieht die Zusammenarbeit mit den Adivasis aus?

 

Die Adivasis müssen sich von Geldverleihern und ausnützenden Kräften befreien können. Getreide- und Reisbanken geben ihnen die nötige Eigenständigkeit (Siehe Infobox). Mittlerweile hat sich daraus eine ganze Bewegung gebildet, von der nun rund 4‘000 Personen in 370 Dörfern profitieren können. Die Animatoren des Fastenaktion-Projektes zeigen den Adivasis, wie die Getreide- und Reisbanken funktionieren. Ausserdem müssen sie sich politisch einbringen können, um für ihre Rechte einzustehen. Auch dazu werden sie geschult. Wir begleiten langfristig Menschen, damit sie ihre eigene Gesellschaft verändern können.

 

Wo liegen die grössten Schwierigkeiten?

 

Die Adivasis waren so lange unterdrückt und in den Teeplantagen so gefangen, dass sie ihr Vertrauen verloren haben. Wir mussten ihnen zuerst aufzeigen, wie wichtig es ist, das Land zu besitzen, auf dem sie arbeiten. Nur so ist ihre Nahrungssicherheit langfristig gewährleistet. Und ihre Kultur, ihre Identität und Spiritualität sind dabei sehr wertvoll, um für die eigenen Rechte einzustehen. Mit der Stärkung der Adivasis haben wir uns natürlich nicht nur Freunde eingehandelt, gerade bei den Geldverleihern, die nun ihr Geschäft verloren hatten.

 

Können Sie auch über positive Erlebnisse berichten?

 

Bis heute konnten in Assam rund 70 Prozent der Adivasis, welche ihr Land an stammesferne Gruppen verpfändet hatten, ihr Land zurückgewinnen. In vielen Dörfern haben die Adivasis nun genug zu essen und können ein würdiges Leben führen. Ihre Kinder werden in die Schule geschickt und niemand verhungert. Kein Kind muss mit leerem Magen ins Bett.

Auch sind sie ins politische Leben eingebunden, in der lokalen Selbstverwaltung. Sie kümmern sich um die Sozialhilfe und die Entwicklung der Region. Und von den derzeit 38 Adivasis-Regierungsmitgliedern sind 19 Frauen. Viele der Adivasis lächeln wieder. Das war alles, was ich wollte, und es ist mein grösstes Glück.

 

Was wünschen Sie sich für Ihren Besuch bei uns in der Schweiz?

 

Zuerst einmal möchte ich „Danke“ sagen. Obwohl ihr von weit her seid und uns nicht kennt, habt ihr uns berührt, viele Adivasis leben heute befreit und gestärkt. Das motoviert mich, weiterzumachen.

Zweitens möchte ich sagen, dass wir eine gemeinsame Verantwortung haben, eine gerechte Gesellschaft aufzubauen. Ihr habt die Verantwortung, eure Hand auszustrecken, eure Liebe zu erweitern zu den Armen, Unterdrückten und an den Rand der Gesellschaft Gedrängten.

[donation_teaser teaser_theme=“donation-teaser-light“ show_sidecontent=“0″ donation_page_id=“14571″ nextbutton=“Spenden“ campaign_id=“15289″ title=“Setzen Sie sich mit uns für die Menschenrechte ein“]

«Für eine Welt, in der alle genug zum Leben haben»: Die Ökumenische Kampagne der Fastenaktion und HEKS macht auf Initiativen und Bewegungen im globalen Norden und Süden aufmerksam, die einen ressourcenschonenden, massvollen Lebensstil anstreben, Ungerechtigkeiten abbauen und die Leute befähigen, am gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Leben teilzunehmen.

Mehr Infos zum grossen Wandel finden Sie hier.

Als junger Mann absolvierte Satish Kumar einen 12 000 Kilometer langen Friedensmarsch. Heute gehört der 81-Jährige zu den wichtigsten Persönlichkeiten, die sich weltweit für einen grossen Wandel einsetzen.

Perspektiven: Muss sich im Zuge des Wandels unsere Vorstellung von Entwicklung verändern?

 

 

Satish Kumar: Bis heute bedeutete die vom Westen gepredigte Vision von Entwicklung nichts anderes als unbegrenztes Wirtschaftswachstum auf einem begrenzten Planeten. Wir entziehen der Erde Energie und Rohstoffe für unsere Produktion und unseren Konsum und füllen sie mit unseren Abfällen auf. Ein solches Wirtschaftsmodell hat mit Entwicklung nichts zu tun. Wenn die Länder des Südens uns auf diesem Weg folgen, wird das globale Chaos noch mehr anwachsen. Wir werden die gigantischen Probleme – Klimaveränderung, Armut, soziale Ungleichheit und Umweltzerstö­rung – so niemals lösen können. Die Herausforderung besteht im Wandel von einer linearen zu einer zirkularen Wirtschaft. In der Natur gibt es weder Abfälle noch Verschmutzung: Alles wird rezykliert und absorbiert. Diese Transformation ist das wichtigste Gebot unserer Zeit. Es impliziert unter anderem, auf «schwarze» Energie zugunsten von «weisser» zu verzichten. «Schwarze» Energie sind fossile Brennstoffe, «weisse» Energie besteht aus Sonne, Wind, Wasser. Sie ist unendlich.

 

Welche Inspirationsquelle kann der Süden sein für den Wandel?

 

 

Prosperität und Wohlbefinden sind für alle möglich, im Norden wie im Süden. Die Voraussetzung dafür ist, dass wir von einem Wachstum des Habens hin zu einem Wachstum des Seins gelangen. Ich persönlich bin stark von Mahatma Gandhi geprägt. Er förderte eine Wirtschaft, die ihre Wurzeln in der bäuerlichen Landwirtschaft und im Handwerk hatte. Es ist für mich ein viel ökologischeres und nachhaltigeres Entwicklungsmodell, denn es hat zum Ziel, die Reinheit der Erde, des Wassers und der Luft zu bewahren. Wissenschaft, Technologie, Industrie, die Banken – sie sind nur das Sahnehäubchen auf dem Kuchen.

 

Die Menschheit kann nicht gesund und widerstandsfä­hig sein, wenn sie sich nur auf das Häubchen konzentriert und den Kuchen vergisst – also die Unversehrtheit der Natur.

 

Diese Prioritätenverschiebung steht im Zentrum der «neuen Erzählung», die Sie sich wünschen.

 

Die «alte Erzählung» ist diejenige der Trennung, der Dominanz und der Kontrolle. Sie liess uns glauben, dass die Natur ausserhalb von uns ist, dass wir über den anderen Lebewesen stehen. Das Resultat davon sehen wir heute. Die «neue Erzählung» ist die der Einheit. Wir sind eins mit der Natur, in einer tiefen gegenseitigen Abhängigkeit. Was wir ihr antun, tun wir uns selbst an. Die Natur ist nicht einfach eine Ressource, sie ist die Quelle unseres Lebens.

Dann geht es also auch um einen inneren Wandel. Ja, Wandel ist nicht nur äusserlich und materiell. Die spirituelle Ebene spielt dabei eine Schlüsselrolle. Die aktuelle Geschichte ist die des Materialismus. Sie beruht auf einer völlig falschen Vision der Welt, denn das Leben und die Natur sind Materie und Geist zugleich. Die Transition ruft uns auf, zu einer ganzheitlichen Sicht der Welt überzugehen, bei der das Physische und das Metaphysische, das Engagement und die Spiritualität zusammengehören wie zwei Seiten einer Medaille.

 

Satish Kumar, 1936 in Rajasthan in Indien geboren, startete Anfang der 1960er-Jahre einen 12 000 Kilometer langen Friedensmarsch von Indien nach Washington. 1973 liess er sich in England nieder und gründete 1991 das «Schumacher College». Satish Kumar engagiert sich in zahlreichen spirituellen, pädagogischen und ökologischen Projekten.

[donation_teaser teaser_theme=“donation-teaser-light“ show_sidecontent=“0″ donation_page_id=“14571″ nextbutton=“Spenden“ campaign_id=“15289″ title=“Setzen Sie sich mit uns für die Menschenrechte ein“]
Rob Hopkins, Gründer der «Transition-Towns»-Initiative, stärkt konkretes Handeln vor Ort.

«Wandel ist nur möglich, wenn es uns gelingt, tragfähige Beziehungen und Netzwerke aufzubauen.» So lautet das Credo von Rob Hopkins, dem Gründer der «Transition Towns»-Bewegung.

Perspektiven: 2006 lancierten Sie «Transition Towns». Was will diese Bewegung?

 

Globale Herausforderungen wie der Klimawandel erscheinen uns riesig. Meist denken wir, sie seien so gross, dass wir als Einzelne keinen Einfluss darauf hätten. Doch wenn wir auf lokaler Ebene mit den nötigen Veränderungen beginnen, lassen sich die Dinge viel schneller bewegen. Elementar ist, dass wir als Gemeinschaften agieren und nicht auf Politik und Wirtschaft warten. Denn wir sind viel effizienter als sie. «Transition Towns» ist eine Bewegung von lokalen Gemeinschaften, die  die Welt neu erfinden und erschaffen. Sie haben eine Vision der Zukunft, aber sie bleiben nicht in ihrem Traum gefangen. Sie setzen ihn um.

 

Reicht es denn, einfach zur Tat zu schreiten? Braucht es nicht auch eine Evolution oder einen Wandel von uns als menschlichen Wesen?

 

Doch, da bin ich völlig einverstanden. Um langfristig Bestand zu haben, muss eine Bewegung wachsen und sich vertiefen. Die «Occupy»-Bewegung ist zwar gewachsen, hat sich aber nicht vertieft und ist schliesslich gestorben. Die Transitions-Bewegung hingegen integrierte von Anfang an auch den inneren Wandel: Für uns ist es genauso wichtig, wie etwas gemacht wird und nicht nur, was wir anpacken. Viele Leute nehmen an unserer Ausbildung teil und denken, sie lernen in zwei Tagen, wie man eine Lokalwährung lanciert. Doch stattdessen lehren wir sie, wie man eine Versammlung organisiert, mit Konflikten umgeht, Entscheide trifft und sich gegenseitig unterstützt. Im Netzwerk treffen wir uns als Menschen, die sich füreinander interessieren, die sich fragen: «Wie geht es Dir?» Dies ist eines der wichtigsten Elemente der Transitions-­Bewegung und unterscheidet diese von anderen Kampagnen und Organisationen.

 

Welche neue Geschichte muss die Transitions-Bewegung schreiben, um zu gelingen?

 

Die neue Geschichte ist das «InVerbindung-Treten» – und sie wird gerade von vielen Menschen überall auf der Welt geschrieben. Ich besuche viele Orte, die sich wandeln, und ich sehe diese neuen Geschichten entstehen – dank der Arbeit, den Träumen, der Liebe zum Ort, dank der Kreativität vieler Menschen. Sie anerkennen, dass wir Teil sind der Natur und dass wir unser Ego zurücknehmen sollten. Dass wir lernen sollten, bescheidener zu sein und uns als Teil eines grossen Netzwerkes zu sehen. Die Transition lädt uns dazu ein, uns selber zu organisieren und anderen zu vertrauen. Ein Patentrezept gibt es nicht. Doch es ist herrlich und überraschend, zu sehen, wie Menschen zu spielen beginnen, wenn sie Vertrauen haben. Als Erwachsene haben wir sonst nicht mehr oft das Recht zu spielen.

(Interview: Isolda Agazzi)

Auch in der Schweiz entstehen immer mehr Transitions-Initiativen – ein paar Beispiele: 

  • Biel: Bewegungen, die einen gesellschaftlichen und sozialen Wandel anstreben, haben in Biel Tradition und sind zahlreich. Anlässlich der Ökumenischen Kampagne findet am 6. März ein Informations-, Vernetzungs- und Motivationsanlass für Transitionsbegeisterte statt. Infos auf www.vision2035.ch
  • Winterthur: Ob Vorträge über Permakultur, der Aufbau von Gemeinschaftsgärten, RepairCafés oder Talentbörsen – in Winterthur wird aktiv und lustvoll am Wandel gearbeitet: www.transition-winterthur.ch.
  • In Bern, Zürich, Basel, Genf… und in immer mehr kleineren und grösseren Orten in der Schweiz tun sich Menschen zusammen, um gemeinsam den Wandel von unten zu starten. Informieren Sie sich und seien auch Sie dabei.
[donation_teaser teaser_theme=“donation-teaser-light“ show_sidecontent=“0″ donation_page_id=“14571″ nextbutton=“Spenden“ campaign_id=“15289″ title=“Setzen Sie sich mit uns für die Menschenrechte ein“]
Das Restaurant Viadukt in Zürich ist Teil eines Arbeitsintegrationsprojekts, welches die ABS mit Krediten von rund einer halben Million Franken mitfinanziert.

Einen Wandel hin zu einer enkeltauglicheren Welt heisst auch, Projekte zu fördern, die ressourcenschonend sind. Hier spielen Banken eine wichtige Rolle, die in nachhaltige - oder eben in weniger nachhaltige Projekte - investieren. Beispiel für ersteres ist die Alternative Bank Schweiz.

Als sozial und ökologisch orientierte Bank verzichtet sie auf Gewinnmaximierung und stellt ihre ethischen Grundsätze immer in den Vordergrund. Das Geld der Kundinnen und Kunden investiert sie langfristig in soziale und ökologische Projekte und Unternehmen – von der gewerblichen Umnutzung einer alten Fabrikliegenschaft über eine Energiecontracting Firma bis zur biologischen Gärtnerei. Um aufzuzeigen, was das Geld bewirkt, werden sämtliche Kredite veröffentlicht.

 

Konsequent ist die ABS auch im Anlagegeschäft und bei den Arbeitsbedingungen. Sie setzt sich für die Gleichstellung der Geschlechter ein und kommt ohne Bonussystem aus. Auf diesem ethischen Fundament bietet die ABS in der ganzen Schweiz die üblichen Dienstleistungen einer Anlage-, Spar- und Kreditbank an.

 

Gemeinwohl, Mensch und Natur stehen an erster Stelle. Es bestehen klare Grundsätze, in welche Projekte die Bank investieren will und in welche nicht. Dabei setzt sie auf Langzeitwirkung und nachhaltige Investitionen, legt Geld in Fair Trade- und Biowirtschaft an.

«Für eine Welt, in der alle genug zum Leben haben»: Die Ökumenische Kampagne der Fastenaktion und HEKS macht auf Initiativen und Bewegungen aus verschiedenen Bereichen aufmerksam, die einen ressourcenschonenden, massvollen Lebensstil anstreben – wie hier eine aus der Finanzwelt.

Mehr Infos zum grossen Wandel finden Sie hier, mehr zur Alternativen Bank Schweiz hier.

[donation_teaser teaser_theme=“donation-teaser-light“ show_sidecontent=“0″ donation_page_id=“14571″ nextbutton=“Spenden“ campaign_id=“15289″ title=“Setzen Sie sich mit uns für die Menschenrechte ein“]

«Investitionen in Landraub? Nicht mit meinem Geld!»

Viele von uns haben Geld auf der Bank oder sind einer Pensionskasse angeschlossen. Viele wissen aber nicht unbedingt, ob in deren Namen Menschenrechte verletzt werden oder massive Umweltschäden verursacht werden – auch, weil die Investitionen intransparent sind. Fragen Sie deshalb bei Ihrer Bank oder Pensionskasse nach!

Verfügt ihre Bank oder Pensionskasse über menschenrechtliche Kriterien bei der Auswahl Ihrer Finanzpartner? Hat sie Ausschlusskriterien, welche Investitionen in Land Grabbing oder andere ethisch bedenkliche Geschäftsbereiche vermeiden? Laden Sie unsere Briefvorlage herunter und informieren Sie sich direkt bei Ihrem Finanzinstitut darüber, was mit Ihrem Geld finanziert wird. Sie haben das Recht darauf. Sie können die Vorlage natürlich auch anpassen – das steht Ihnen frei.

Investition in Land Grabbing

Sehr geehrte Damen und Herren

Land Grabbing verursacht grosse Probleme. Konzerne pachten oder kaufen grosse Ländereien in Afrika, Asien oder Lateinamerika, um gigantische Ölpalm-, Soja und Zuckerrohrplantagen zu betreiben. Doch das Land haben sie sich oft mit Methoden angeeignet, die grundlegende Menschenrechte verletzen. Einheimische werden vertrieben und ihrer Lebensgrundlage beraubt, Bedrohungen der lokalen Bevölkerung sind an der Tagesordnung, Regenwald wird abgeholzt und das Ökosystem zerstört.

Auch Schweizer Firmen profitieren von Land Grabbing. Zum Beispiel ist bekannt, dass unter anderen die Banken Credit Suisse und Safra Sarasin in Palmölfirmen investieren, Aktien und Obligationen solcher Firmen halten und der Palmölindustrie Kredite vergeben. Schweizer Finanzinstitute sind somit direkte Nutzniesser dieser Ungerechtigkeit.

Da ihre Institution ebenfalls Investitionen tätigt und ich Gelder bei Ihnen angelegt habe, würde mich interessieren, wie meine Gelder verwendet werden? Verfügen Sie über menschenrechtliche Kriterien bei der Auswahl Ihrer Finanzpartner? Hat Ihre Institution Ausschlusskriterien welche Investitionen in Land Grabbing oder andere ethisch bedenkliche Geschäftsbereiche vermeiden? 

Ich möchte nicht, dass meine Gelder Menschenrechtsverletzungen, Umweltzerstörung und die Vertreibung von Familien verursachen. Ich bitte Sie allfällige Investitionen umgehend zu stoppen und meine Gelder sozial, umweltbewusst, zukunftsfähig und ethisch vertretbar, kurz nachhaltig anzulegen.

Besten Dank für eine ausführliche Beantwortung meiner Fragen.

Freundliche Grüsse

Download: Vorlage des Briefes als Word-Dokument
Das gemeinschaftliche Zusammenleben und der regelmässige Austausch spielen in Sennrüti eine wichtige Rolle.

Ökodörfer sind Modellprojekte für gemeinschaftliche Lebens- und Wirtschaftsweisen. Sie zeigen auf, wie ein «anderes» Zusammenleben aussehen kann. Ein Augenschein im st. gallischen Ökodorf Herzfeld Sennrüti.

Ein paar Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 16 Jahren sitzen in einer Sofaecke und unterhalten sich. Der Altersunterschied zwischen ihnen scheint dabei keine Rolle zu spielen – ein Bild, das an anderen Orten selten zu sehen ist, und nur einer von vielen kleinen Unterschieden, die das Ökodorf Herzfeld Sennrüti ausserhalb von Dergersheim bei St.Gallen ausmacht.

 

In Sennrüti wird eine ökologischere und sozialere Lebensweise ausprobiert. Rund 30 Erwachsene und 30 Kinder leben hier in einem ehemaligen Kurhotel, dessen Räume zu Wohnungen umgebaut wurden. Ein grosser Garten mit Gemüse, Spielplatz und einer Feuerstelle bildet den Mittelpunkt. Das Zusammenleben hat die Gemeinschaft auf fünf Grundpfeiler aufgebaut, welche das Zusammenleben und Haushalten definieren.

 

Ganzheitliche Lebensweise

 

In sozialer Hinsicht steht das gemeinschaftliche Zusammenleben im Vordergrund, wobei die Vielseitigkeit der Gemeinschaftsmitglieder wertgeschätzt wird. Julie Fischer, die mit ihrem fünfjährigen Sohn kürzlich eingezogen ist, sagt: «Für meinen Sohn gibt es hier viele Spielkameraden und ich fühle mich wohl unter Gleichgesinnten, denen die Erde nicht egal ist und die auch der Spiritualität in ihrem Leben Raum geben.»

 

Die Ökologie spiegelt sich in der umweltschonenden Bauweise, dem Einsatz von erneuerbaren Energien und einem grossen Selbstversorgergarten. Durch die gemeinschaftliche Nutzung von Ressourcen wird der ökologische Fussabdruck möglichst klein gehalten. Auch ökonomisch geht die Gemeinschaft einen eigenen Weg. Angestrebt wird eine Mischung aus Selbstversorgung und direktem Austausch miteinander und in der Region. So lässt sich etwa Kinderbetreuung gegen handwerkliche Leistungen tauschen.

 

Ebenfalls fest in den Alltag integriert sind Meditation, Intuition und Achtsamkeit. René Hirschi, von Beruf Jugendarbeiter, und seine Ehefrau Anne leben mit ihren fünf Kindern in Herzfeld Sennrüti. Hirschi erklärt die Wechselwirkung zwischen dem Einzelnen, der Gesellschaft und ökologischem Verhalten so: «Unsere Gesellschaft leidet unter Einsamkeit und Leistungsdruck und kompensiert dies mit Überkonsum. Wenn wir beginnen, eine Kultur zu leben, in der Werte wie Achtsamkeit füreinander und für die Natur sowie Selbstverantwortung und persönliche Entwicklung wichtiger sind, verändert sich unser Konsumverhalten und damit auch unser ökologischer Fussabdruck.»

 

Ökodörfer als Zukunftsweiser

 

Obwohl die Gemeinschaft in vielem eigene Wege geht, sind der Austausch und die Vernetzung wichtig. So ist das Ökodorf lokal vernetzt und Teil des internationalen «Global Ecovillage Network». Dass Ökodörfer als Inspiration für künftige Gesellschaftsmodelle ernst genommen werden, zeigt auch ihr Beraterstatus bei der Uno. «Es finden viele Forschungsarbeiten über Ökodörfer statt», bestätigt Hirschi. «Wir sind politisch, indem wir vorleben, wie es auch gehen könnte, ohne mit dem Finger auf Missstände zu zeigen.»

Mehr Infos zum Projekt finden Sie hier.

[donation_teaser teaser_theme=“donation-teaser-light“ show_sidecontent=“0″ donation_page_id=“14571″ nextbutton=“Spenden“ campaign_id=“15289″ title=“Setzen Sie sich mit uns für die Menschenrechte ein“]

Die Welt ist an einem Punkt, an dem das Reparieren von Schäden, die durch das heutige Wirtschaftsmodell entstanden sind, nicht mehr genügt. Wollen wir etwas verändern, braucht es uns alle.

 

Wir müssen ein neues Modell, einen radikalen Paradigmenwechsel initiieren, damit unsere Lebensweise sich hin zum Besseren verändert. Bauen wir auf die Zusammenarbeit zwischen den Individuen und den Gruppen, in enger Verbindung mit unserer Umwelt. Denn eine in die Zukunft gerichtete Wirtschaft und ein massvoller Konsum bedeuten nicht Verzicht, sondern Bereicherung. Ein Beispiel ist die lateinamerikanische Bewegung der sozialen und solidarischen Wirtschaft (Economie sociale et solidaire ESS). Unternehmen, die sich daran beteiligen, arbeiten unter Wahrung sozialer und solidarischer Normen. Gewinn wird wieder in den Betrieb eingebracht.

 

Ein anderes Beispiel sind «Benefit Corporations», Gesellschaften, deren Endziel nicht die Gewinnoptimierung ist, sondern bei denen die sozialen und ökologischen Themen im Zentrum ihrer Aktivitäten stehen. Beispiele dafür sind das niederländische Unternehmen Fairphone oder die Walliser Firma Opaline.

 

Vielerorts entstehen gesellschaftliche Initiativen mit lokaler Verankerung. Dank dem «gemeinsamen Tun» erreichen diese Initiativen ihre Ziele deutlich schneller als solche, bei denen ein ausgeprägter Konkurrenzkampf herrscht. Derartige Arbeitsmodelle gibt es viele, sowohl in den reichen Industriestaaten als auch in unseren Partnerländern, beispielsweise die Frauen oder Spargruppen im Senegal oder in Indien (Mehr dazu in den kommenden Tagen auf unserer Homepage).

 

Veränderungen geschehen nicht von heute auf morgen. Die Ökumenische Kampagne 2018 aber ist eine wichtige Etappe auf diesem Weg. Sie soll uns ermuntern, konkrete Aktionen zu planen, die Inspirationsquelle sind, gleichzeitig aber auch einladen, an dieser Entwicklung teilzunehmen, um Modelle einer nachhaltigen Lebensweise zu realisieren und auch umzusetzen.

 

[donation_teaser teaser_theme=“donation-teaser-light“ show_sidecontent=“0″ donation_page_id=“14571″ title=“Setzen Sie sich mit uns für die Menschenrechte ein“ nextbutton=“Spenden“ campaign_id=“15289″]

Fastenaktion und HEKS zeigen während der Fastenzeit Hoffnungsgeschichten aus dem Norden und dem Süden, die gesellschaftliche Veränderungen mit sich bringen. Weitere Geschichten zum grossen Wandel finden Sie hier.

Bern / Luzern, 14. Februar 2018. Klimaerwärmung, soziale Ungleichheit, politische Spannungen: Die aktuellen Herausforderungen betreffen den ganzen Planeten. Um Wege aus dieser systemischen Krise zu finden, braucht es einen gesellschaftlichen Wandel. Unter dem Motto «Werde Teil des Wandels» zeigt die Ökumenische Kampagne 2018 von HEKS, Fastenaktion und Partner sein, wie vielfältig und genussvoll dieser aussehen kann.

Der Chef eines grossen Modekonzerns verdient in vier Tagen so viel wie eine Näherin in Bangladesch in ihrem ganzen Leben. Und für die Produktion von Palmöl, das in zahlreichen Lebensmitteln steckt, werden weite Flächen Regenwald abgeholzt und oft auch Menschen von ihrem Land vertrieben. Die beiden Beispiele illustrieren: Soziale Ungleichheit und globale Klimakrise verschärfen sich, als Folge nehmen auch politische Spannungen zu. Die Diagnose des Ökumenischen Rats der Kirchen ist klar: «Unsere Welt war nie wohlhabender und gleichzeitig ungerechter als heute».

Die zentrale Frage ist, was sich gegen die systemische Krise tun lässt, in der die Welt gefangen scheint. Politische Massnahmen, Rechtsreformen und technische Innovationen sind zwar wichtig und unumgänglich, aber sie genügen nicht. Denn sie sind fast alle mit einem Modell verbunden, das auf Konsum statt auf Genügsamkeit beruht, auf Konkurrenz statt auf Zusammenarbeit, auf Ausbeutung statt auf Respekt. Deshalb fordert die Ökumenische Kampagne eine umfassende «innere Transition»: den Wandel in Kopf, Herz und Hand von uns allen.

Den Wandel selbst gestalten

Die gute Nachricht ist: Es gibt zahllose Möglichkeiten, sich für ein System einzusetzen, das die Grenzen des Planeten respektiert. Unter dem Motto «Werde Teil des Wandels» zeigt die Kampagne auf, wie lokale Initiativen bereits alle Lebensbereiche durchdringen: Solidarische Landwirtschaft etwa bringt Bäuerinnen und Bauern Planungssicherheit und den Konsumierenden saisonales Gemüse auf den Teller. Lokale Tauschsysteme reduzieren den Neukauf von Produkten, «Zero Waste»-Initiativen zeigen, dass ressourcenschonender Konsum ohne Verzicht auf Genuss möglich ist. Und im globalen Süden, der am meisten unter den Systemkrisen leidet, setzen sich Partnerorganisationen von Fastenaktion und HEKS mit innovativen Projekten für nachhaltigen Wandel ein.

Die bunte Palette solcher Initiativen vereint der Tag des Wandels am 22. Februar in Bern. Dort bietet sich die Möglichkeit, mit internationalen Fachleuten wie Olivier De Schutter, dem ehemaligen UNO- Beauftragten für das Recht auf Nahrung, Cécile Renouard, Ordensfrau und Professorin für Philosophie und Wirtschaft, oder dem Aktivisten und Buchautor Satish Kumar zu diskutieren und an Workshops Themen zu vertiefen. Wer sich selbst – ob für die Dauer der Fastenzeit oder für immer – einem Wandel unterziehen will, kann dies auf lustvolle Art und Weise mit der Aktion Join my Challenge tun – und damit spielerisch der Lichtgestalt Mahatma Gandhi folgen, dessen Zitat heute treffender ist denn je: «Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst in dieser Welt».

Mediendossier mit weiteren Informationen und Hintergründen auf www.sehen-und-handeln.ch/medien

Rückfragen und Interviews:
Bernd Nilles, Geschäftsleiter Fastenaktion; 041 227 59 51
Bernard DuPasquier, Geschäftsleiter HEKS; 079 489 3824

Was alles zum grossen Wandel dazugehört und wie unsere Partnerinnen und Partner im Süden und Norden ihn verstehen:

Die Ökumenische Kampagne: Informieren, Handlungsmöglichkeiten zeigen, Spenden sammeln:

Seit 1969 arbeiten HEKS, die Entwicklungsorganisation der Evangelischen Kirchen der Schweiz, und Fastenaktion, das Hilfswerk der Katholikinnen und Katholiken, zusammen. Die Ökumenische Kampagne während der Fasten- oder Passionszeit ist zum Inbegriff der gelebten Solidarität und der ökumenischen Partnerschaft geworden. Seit 1994 beteiligt sich auch Partner sein, das Hilfswerk der christkatholischen Landeskirche. Jedes Jahr bringen die Werke gemeinsam ein entwicklungspolitisches Thema an die breite Öffentlichkeit. http://www.sehen-und-handeln.ch/